17.07.12

back from berlin || instagram FW heartbeats

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Das Fräulein ist zurück im harten Alltag, bereits seit einer Woche. Bye Bye Berlin, Bye Bye Mode- zirkus, Bye Bye Hipsterville. Dieser komische Zustand zwischen dem physischen und letztendlich auch psychischem Ankommen ist glücklicherweise schon überwunden dank diszipliniertem Vorbereiten auf die anstehenden Prüfungen. Mir wurde einfach keine andere Wahl gelassen, als sofort vollkommen wieder "da" zu sein. Um kurz danach unter einer dumpfen Glasglocke zu verschwinden, die alles andere als den zu lernenden Stoff komplett von mir abschirmte. Ein ganz unerträglicher Geistes- zustand.

Glücklicherweise habe ich die erste Prüfung gestern hinter mich gebracht und nun heißt es zum ersten Mal seit über zwei Wochen Kopf- und Gedankenpause für mich. Pause von ständigen neuen Eindrücken ergo Reizüberflutung bei der Fashion Week und Pause vom Immer-noch-Mehr-in-den-Kopf-packen-Müssen ergo Lernen. Durchatmen, Gedanken ordnen und weitermachen.

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Genau der richtige Zeitpunkt, um euch die Instagram-Impressionen der Fashion Week um die Ohren zu hauen. Im gleichen Atemzug möchte ich diesen Post eine Hommage an Berlin nennen. Ich hatte wirklich eine solch intensive und glückliche Zeit, in der so viel möglich war. Das lag sicher auch an Sam und vor allem auch an meiner vermutlichen Seelenverwandten Laura, mit denen ich von Tag zu Tag mehr entdeckte. Auch die anderen Bekanntschaften und das Wiedersehen mit anderen wunder- baren Menschen möchte ich nicht missen.

Den Beginn machte ein süßes, kleines Blogger-Event im Nadelwald, von dem ich noch berichten werde - es sei nur soviel gesagt: ich habe seit mehr als zehn Jahren meine Künste an der Näh- maschine wieder ausgepackt und auch ein recht passables Ergebnis zustande gebracht. Dann der erste Tag im Fashion Zelt, wo sich zwischen den Shows mit ein wenig Spritzigem und überteuerten Snacks über Wasser gehalten wurde. Dabei wurde alles gleich in zweifacher Ausführung festgehalten, mit Kamera und analog mit der Diana F+. Hoffen wir, dass aus meinen Versuchen damit auch etwas geworden ist. Viele Streifzüge durch die Stadt wurden unternommen, es wurde gespeist, getrunken und das Tanzbein geschwungen. Ein kurzer Besuch des FashionBloggerCafés war ebenso drin wie ein ausgiebiges Frühstück, so als ob man in Berlin zu Hause wäre, und das Erkunden der Toast & Jam, der Vintage Messe zur Fashion Week. Jeden Morgen erneut musste ich meine Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil mein Rucksack tatsächlich zu klein war, ich somit tatsächlich zu wenig Klamotten mitgenommen und die Hitze beim Packen sowieso von vornherein unterschätzt hatte. Diese Situation, wenn einem genau dieses eine spezielle Kleidungsstück fehlt. Es ist Fashion Week, verdammt. Da muss man doch gut angezogen sein. Einen Nervenzusammenbruch später musste es dann trotzdem irgendwie gehen. Übrigens: das Vorgehen, sich die Outfits für alle Tage genau im Vorfeld schon zurechtzulegen, ist zum Scheitern verurteilt. Ebenso, sich nur High Heels, weiße Loafers und Turnschuhe einzupacken - zumindest, wenn es so aus Eimern schüttet, wie an diesem einen Abend. Dann ziehe ich schonmal wahrhaftig Plastiktüten über die Schuhe, die beste Idee der Modewoche.


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Nicht nur, dass es in Berlin so viel zu entdecken gäbe. Was ich einmal mehr feststellen musste, ist die Gelassenheit der Stadt. Man ist dort entspannter und offener. Offener für das Unnormale, das Eigensinnige.

Ich liebe es, durch die Stadt zu schlendern und an jeder Ecke neu inspiriert zu werden, so viele Menschen zu sehen, die mich mit ihrer Art und ihrem Stil völlig überraschen und meinen Horizont erweitern. Und durch die Stadt zu schlendern und selbst nicht an jeder Ecke neue musternde und kritische Blicke abzusahnen, weil ich Turnschuhe mit Plateau oder einen viel zu großen Blouson mit Blumenmuster trage. Als oberflächlich und eingebildet eingeschätzt zu werden, weil ich mich für Mode interessiere und dementsprechend auch kleide und experimentiere. Auf Mode reduziert zu werden und einen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Die Schublade Modepüppchen. Ich kann noch mehr als im Spiegel zu prüfen, ob das Outfit zusammenpasst. Es gibt auch wichtigere Dinge. Auch wenn Leipzig eine sehr unkomplizierte Stadt ist, dieses Denken bekommt man hier und da doch mit Nachdruck zu spüren. In Berlin werde hingegen ich immer wieder überrascht. Ich denke, das macht den Reiz für mich aus. Ich bin glücklich in meiner Stadt und trotzdem schleicht sich immer mehr ein ganz leises Gefühl ein. Das Gefühl der Unruhe, des Aufbruchs. Weiterziehen. Ausbrechen. Auch, wenn ich das Gefühl noch unterdrücken muss, weil es momentan einfach nicht in den Plan passt. Vielleicht mache ich irgendwann doch etwas Verrücktes.

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Und so möchte ich, kurz bevor es für mich in die nächste Lernphase geht, meine Liebe an die Stadt erklären, in der sich Neuartiges und Ungewöhnliches die Hand geben, in der alles möglich zu sein scheint. Die noch Teil der eigenen Geschichte werden wird. Irgendwann Laura, irgendwann. Definitiv.

Kommentare:

  1. Great pictures, I wish I could go to Berlin!

    x Michelle | thefeatherden.net

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  2. toller post und du schaffst das schon :)

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  3. schöne fotos! :) ich möchte auch unbedingt einmal nach berlin... *-*

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  4. So wie dir erging es mir auch. Gestern erste Klausur, die es nur wenig zuließ, die FW Eindrücke zu verarbeiten, zumal ich zum ersten Mal dort und alles so neu und aufregend war.
    Ein sehr schöner Text übrigens und tolle Eindrücke, es macht Spaß deinen Blog zu lesen.

    Liebe Grüße

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  5. woher ist denn diese schöne jacke aus dem letzten bild?

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    1. Hej! Die ist von der Toast & Jam, der Vintage Messe am Fashion Week Wochenende.

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  6. schöne fotos und ich liebe glücklich am park. die weltbesten waffeln :D

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  7. Vielen Dank für dein Kommentar ♥

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  8. Thank you ! I love your blog, these photo's are perfect ! (:

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  9. das sieht unglaublich spannend aus :) tolle bilder!

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  10. toll, wie du schreibst :)
    zeigst du auch mal, was du genäht hast? :))

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    1. Dankeschön, das freut mich! Hm ich selbst habe von meinem Ergebnis keine Bilder gemacht... ich werde mich aber mal umhören, ob das eine andere der Anwesenden getan hat :)

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  11. Liebes, beim Anblick der Bilder werde ich richtig wehmütig und muss gleichzeitig so schmunzeln. Was wir alles erlebt haben.
    Ich hab dir die Plastiktüte nie zurück gegeben ;) und ich frage mich gerade: wo ist die eigentlich hin verschwunden?
    Du fehlst!!!
    In Hommage an uns und auch an Sam: Grüne Finger! :D

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  12. oah, danke für das Kompliment, liebste Madame!! Wegen Lomo: Yep wir haben einen! Werd ich
    gleich mal probieren! und: tolle Instabilder.

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  13. Interessant zu hören, dass es anscheinend wirklich so ist, dass man in kaum einer anderen Stadt als Berlin so rumlaufen kann, wie man will, ohne irgendwie schief angeguckt zu werden. Mal schauen, vlt. führt dich dein Leben ja wirklich einmal nach Berlin- und zwar für eine längere Zeit :)

    Liebe Grüße

    Sarah

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