26.07.13

MELT! festival 2013

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Oh my. Ich bin vom MELT! zurückgekehrt und auch, wenn ich noch nicht so ganz mit all meinen Gedanken wieder im hier und jetzt angekommen bin, muss es doch mit dem Alltag weitergehen. Was würde ich dafür tun, mich noch einmal an den Anfang dieses wunderbaren Festivals zu wünschen. Im Ernst, ich war zum ersten Mal da und habe mit einer durchkommerzialisierten, durchgestylten Veranstaltung gerechnet. Natürlich gab es hier und da viel Werbung und die Getränkepreise waren unverschämt - und natürlich habe ich an dem Wochenende so viele gutangezogene, attraktive Menschen auf einem Haufen gesehen, wie schon lang nicht mehr. Allerdings gab es am Rande immer wieder Menschen und Momente, die dem Ganzen ein ganz anderes Feeling verliehen haben und diese Zeit zu dem gemacht haben, was sie war: eine ganz magische. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass einem auch in der Ferne so viele bekannte Nasen über den Weg laufen und man den Großteil der Zeit auch mit Freunden aus der Heimat verbringt, mit denen man eigentlich gar nicht angereist war. Der eiserne Kern hält eben zusammen. Wunderbar.


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Ein kurzer Abriss.

Freitag: Ankunft kurz vor 18 Uhr am Zeltplatz, nach schier endlosem Suchen nach dem Wohnwagen und Zelten von Sandra und Lari. Der Versuch, das Zelt ohne Hilfe aufzubauen, scheiterte kläglich (da allererste Campingerfahrung meines Lebens). Die erste Bitte um Hilfe wurde mit den Worten "Das machst du schon, einfach aufbauen. Ich bin zu betrunken." abgewimmelt. Danke für deine Hilfe, Spast. Mit der Hilfe des jungen Mannes, den ich danach gefragt habe, stand das Zelt dann innerhalb von 10 min. Dankeschön. Kurz nach 19 Uhr Ankunft auf dem Festivalgelände, Begrüßung von Sandra und Lari. 20.00 Uhr Austra, schön. 21.30 Uhr James Blake, guter Bass, aber etwas wenig Tempo. James Blake eben. 23.00 Uhr Alt-J, wunderschön. 23.30 Uhr King Krule, trotz technischer Probleme noch viel besser, als ohnehin schon erwartet. 2.20 Uhr Trentemøller, unfassbarer Mix aus allem - großartig. 4.00 Uhr Modeselektor & Apparat, naja. 5.00 Uhr Digitalism, Abriss. 7.30 Uhr Daniel Bortz, Abriss #2. 10.30 Uhr "Nacht"ruhe.


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Samstag: Fragt mich nicht wann, ich weiß nur, dass es viel zu früh war, da ich von der Sonne und der brühenden Hitze in meinem Zelt geweckt wurde. Glücklicherweise durften wir die Annehmlichkeiten eines Duschraumes und von richtigen Toiletten genießen. 16.30 Uhr Aufladen des Handyakkus im Pressebereich und SM-Dinge erledigen. 18.00 Uhr Karocel, Leipziger. Ein Stück Heimat in der Fremde, großes Kino. 19.15 Uhr Swim Deep, puh. Naja... nein. 19.50 Uhr Sizarr, von denen ich nur den letzten Song gehört habe. Lösen immer ein behagliches Gefühl in mir aus. 20.15 Uhr Roosevelt, ganz gut. 22.00 Uhr Woodkid, Highlight des Wochenendes. Gänsehaut. 0.00 Uhr DJ Koze, tanzen tanzen tanzen. 0.45 Uhr Azealia Banks, großartig und wirklich viel besser, als gedacht. 2.45 Uhr SBTRKT, zwei Songs gehört, dann ab zum Zelt. 3.30 Uhr Nachtruhe.

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Sonntag: 9.30 Uhr Fast an der Hitze erstickt, dabei aufgewacht. 10.00 Uhr Duschen. 11.00 Uhr Irgendwie im Schatten sitzen und hoffen, dass die Sonne nicht doch noch irgendwie rumkommt. 11.30 Uhr Überteuertes Brot plus überteuerten Obstsalat kaufen und verspeisen. 15.30 Uhr Hallo Pressebereich, Hallo Steckdosen, Hallo Internet! 17.30 Uhr Art Department, wow. 18.30 Uhr Trümmer, gut. Aber nicht meins. 19.30 Uhr Simian Mobile Disco, sehr tanzbar. 21.00 Uhr Flying Lotus, Hammer. 23.00 Uhr Atoms for Piece, klasse. Aber irgendwie hatte ich keine Lust mehr. 0.30 Uhr Camea, ganz gut. 2.00 Uhr Ellen Allien, besser. 2.30 Uhr Aufbruch, oh weh, oh weh. 3.00 Uhr Zelt abbauen und Sachen zusammenpacken. Die Luftmatraze musste leider dableiben, da ich irgendwas an dem System des Luftablassens nicht verstanden zu haben schien. War aber auch dunkel. 5.00 Uhr Zugabfahrt, Tschüssi. 6.00 Uhr Hallo Sonnenaufgang (alles richtig gemacht), Hallo Leipzig! 7.00 Uhr Oh du, mein wunderbares Bett. Wieder zu Hause sein, fühlt sich gut an. Gute Nacht.

Und hier noch einmal meine absoluten musikalischen Highlights in chronologischer Reihenfolge.



King Krule @Intro Stage: 
Diese Stimme, Junge Junge. So klar und tief, so voll und kratzig, dass ich es auch während des Konzerts beinahe nicht glauben wollte.  O-Ton eines Mädchens neben mir: "Was der alles geraucht haben muss, um so eine Stimme zu bekommen... " Die Band erinnerte etwas an die Garagenband von nebenan, alle nicht älter als 17 Jahre. Trotz oder gerade wegen der technischen Probleme und den zwei, drei Patzern zeigte die Band, dass Musik nicht einfach von allein geht, sondern immer noch ein Handwerk ist, an dem man arbeiten muss. Ursympathisch und urtalentiert - weiter so. Erwartungen übertroffen!




Trentemøller @Mainstage: 
Was war da denn los? Unverhofft kommt oft und so stand ich direkt in der ersten Reihe, nachdem die ersten Leipziger gefunden waren. Was habe ich von Trentemøller erwartet? Gut, ich habe ihn ein Mal live in Berlin gesehen und da gab's House. Hier allerdings hatte er seine Band plus Sängerin im Gepäck und holte einen Klassiker nach dem anderen aus der Tasche. O-Ton eines Gefährten: "Nahtoderfahrung." Das beschreibt es ziemlich gut. Viele Höhen und Tiefen, viel Tempo und viel Ruhe, viel Elektronik und viel Instrumentales. Hammer!




Digitalism @Gemini Stage: 
Zu Digitalism sind wir eigentlich nur aus Ratlosigkeit gepilgert. Beste Entscheidung! Ein Hit nach dem anderen haben die Jungs herbeigezaubert und ich habe so ausgelassen wie schon lang nicht mehr getanzt. Spätestens bei "Pogo" war dann alles aus, denn ich liebe diesen Song aus tiefstem Herzen.




Karocel @Gemini Stage: 
Bei den Leipzigern und Thüringern konnten nur heimatliche Gefühle aufkommen. Und so sah man denn auch mehr bekannte Leipziger in der tanzenden Menge, als sonstwo - und konnte den Anwesenden gleichzeitig einen exquisiten Geschmack zusprechen. Wo am Anfang noch sehr wenige Leute vor der Bühne gestanden hatten, war die Stimmung während des Auftritts ausgesprochen ausgelassen und am Ende des Konzert regnete es Beifallsstürme. Verdient!




Woodkid @Mainstage:
Wenn ich an den Auftritt von Woodkid denke, habe ich zuerst wieder meine Gänsehaut vor Augen, die mich nicht verlassen wollte. Hier stand ich einmal mehr in der ersten Reihe und war geflasht von der Stimme von Yoann Lemoine, von der orchestralen Begleitung und den Visuals. Solch ein Spektakel habe ich lang nicht mehr erlebt und auch keinen so zuckersüß lächelnden Sänger. Woodkid würde ich von der Stelle weg heiraten, mein voller Ernst. Absolutes und unerwartetes Highlight des Wochenendes!




Art Department @Big Wheel Stage: 
Das Duo war mir vorher völlig unbekannt und eigentlich sind wir nur durch Zufall dorthin gezogen. Als ich dann allerdings eine Weile getanzt habe, wurde mir dann immer mehr bewusst, wie gut die Songs doch eigentlich sind und wie ausgelassen ich da gerade tanze. Ein Soundcloud-Profil haben die beiden nicht, aber bei YouTube bekommt man einen recht guten Eindruck.




Flying Lotus @Mainstage: 
Bei diesem Auftritt saß ich zwar nur am Rand auf der Tribüne und trotzdem war ich wirklich überrascht, mit welchem Nachdruck der liebe Herr da anmarschiert kam und da die elektronischen Töne herbeimischte und hier und da mit seiner gewaltigen Rap-Stimme begleitete. Großes Kino!

Fazit: Bis zum nächsten Jahr!

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