30.09.14

NEW | Über die Modemüdigkeit und die perfekte Ledertasche



Manchmal kann sie ganz schön nerven, die Mode. Tag für Tagen strömen Bilder auf uns ein, Fotografien von perfekten Models in perfekten Outfits aus den neuesten Lookbooks oder direkt vom Laufsteg; Blogs versorgen uns mit bunten Collagen voll von Must Haves und Online-Shop-Neuzugängen und auf der Straße entdecken wir allzu oft ebenfalls neue Looks und Kombinationen, an die wir nicht im Traum gedacht hätten. Und je mehr wir uns an das Web 2.0 und all seine Nutzungspraktiken gewöhnen, desto schlimmer und gleichsam vertrauter wird diese Bilderflut. Das Ergebnis ist allerdings nicht, so wie im besten Fall von Designern und Labels gewünscht, dass unser Kosmos immer empfindlicher und aufnahmebereiter wird; jedes neue "See" auch das neue "Buy" wird - sondern wir schlichtweg immer überforderter werden, was zu einer gleichgültigen Übersättigung unsererseits führt. Wir haben so viele Bilder der potenziellen Winterlieblingsmäntel oder schönsten Ankle Boots im Kopf, dass wir bei der tatsächlichen Auswahl des für uns passenden Stücks meist entweder vollkommen überfordert sind oder nur noch müde gähnen können, da wir alles schon irgendwo gesehen haben. Dabei sind wir doch immer auf der Suche nach etwas, das uns wieder in Staunen versetzt, weil es an uns so wunderbar besonders aussieht, ein Teil, das wir unbedingt haben müssen, weil uns sonst mit Sicherheit schlaflose Nächte quälen würden. Wir suchen nach dem perfekten Match, dem Beginn einer bestenfalls lebenslangen Liebesgeschichte, wie sie Tinder noch nicht gesehen hat. Doch wir finden sie nicht, weil die wir vorher vor Überdruss das Handtuch werfen müssen.

Diese Modemüdigkeit hat mich seit mehreren Wochen fest im Griff. Mein Umzug nach Berlin vor circa zwei Wochen hat die Sache keinesfalls besser gemacht, im Gegenteil. Was also tun, wenn die persönlichen Must Have's weniger werden? In hochwertige Klassiker und Basics investieren - denn die sind zeitlos und kommen unserem Drang nach dem Unspektakulären, Normalen gerade recht! Und schon kommt das Hardcore Normale, besser bekannt als der aktuelle Normcore-Trend, um die Ecke.



Wie dem auch sei, ein Punkt auf meiner Klassiker-Liste habe ich vor einigen Tagen abgehakt: die schwarze Ledertasche. Kriterien für deren Kür: schlichtes Design, Qualität, ausreichend Platz für Alltagsdinge und bequeme Handhabung (nichts ist schlimmer, als schmerzende, viel zu kurze, viel zu dünne oder oder oder Riemen). Sehr ans Herz legen kann ich bei der Suche die Recherche in Online-Shops, da man online viel rationaler auswählt und Spontankäufe vermieden werden. Gerade OTTO hat eine große Auswahl an schwarzen Ledertaschen und tolle Labels parat. Das Beste: Unschlüssige bestellen auf Rechnung und können die Sachen bei Nichtgefallen einfach zurückschicken. Also los, einfach mal an Klassiker und Qualität herantrauen! Davon hat man schließlich auch viel mehr, als das billige Trendteil, das zur nächsten Saison nicht nur nicht mehr modern, sondern auch nicht mehr intakt ist.

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